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Deutschland CuxhavenDie Alte Liebe / Die Geschichte der Kugelbake
Feuerschiff "Elbe 1" / Schloss Ritzebüttel
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Beschreibung des Bauwerkes: Das Fort Kugelbake wurde von 1869-1879 auf Betreiben Preußens in Cuxhaven an exponierter Stelle gebaut und mit Geschützen schweren Kalibers bestückt. Das Fort präsentiert sich als pentagonaler Baukörper mit Wall und Kehlgraben, dessen Form in etwa denen der Großforts jener Tage entspricht, wie sie in Deutschland nach 1871 dank der französischen Reparations-Milliarden aus dem Boden sprossen und besteht aus: Torbereich mit Torverteidigung und Brücke, Torpoterne, Kasematten, Mitteltraverse, doppelter Kehlgrabenwehr, Schultergrabenwehr, zwei Kanonengängen mit jeweils 5 Kanonenständen, 11 Würfeltraversen, Flankenbatterie, Mannschaftsunterkunft der Flak, Munitionsbunker, Scheinwerferstand. |
| Ausdehnung: West/Ost ca. 250m, Nord/Süd ca. 150m. Gesamtes Areal mit Kehlgraben ca. 5 ha. Grund für die Errichtung des Bauwerkes: Wer von der Aussichtsplattform des restaurierten Forts Kugelbake blickt, dem wird die einmalige Lage deutlich vor Augen geführt, da das schiffbare Fahrwasser direkt am Fort vorbeiführt. Diese exponierte Lage und deren strategische Bedeutung erkannten bereits die Militärs unter Napoleon. Der Ruf nach einer militärischen Sicherung der Küste wurde 1859 abermals aktuell, als sich Österreich mit Frankreich im Krieg befand. Vorausschauend hatte eine Kommission im preußischen Kriegsministerium einen entsprechenden Antrag vor dem Bundestag in Frankfurt eingebracht. Unterbrochen wurden diesbezügliche Planungen durch einen erneuten deutsch-dänischen Krieg im Jahre 1864. Im Jahre 1867 wurden die Entwürfe des preußischen Ingenieurcorps für drei zu erstellende Befestigungsanlagen vorgelegt. Eine der Anlagen war das Fort Kugelbake. 1868 wurde der Bau des Forts durch das Kriegsministerium genehmigt. |
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Baumeister: Die Planungen leitete der preußische Hauptmann Labes. Die Bauausführung lag in den Händen des Cuxhavener Bauunternehmers Grabowsky. Besonderheiten: Einzige noch erhaltene Marinefestung Deutschlands und die größte ihrer Art. Letztes Fort in Cuxhaven, das im ersten Weltkrieg die stärkste Festung des Deutschen Reiches darstellte. |
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Kurze Geschichte: 1870 Die Grundsteinlegung erfolgte am 28. Mai 1870. Kaum war mit dem Bau des Forts begonnen worden, brach der deutsch-französische Krieg aus. Innerhalb kürzester Zeit entstanden vier weitere provisorische Batterien in Cuxhaven. Das Fort Kugelbake selbst wurde zunächst aus Zeitgründen nicht in der begonnenen Ziegelbauweise weitergebaut, sondern mit Erdaufschüttungen und Holzbauten in verkleinerter Form fertiggestellt. Die Kugelbake und der für die Baumaßnahme errichtete Anleger wurden abgebaut, um feindlichen Schiffen die Orientierung zu nehmen. |
| 1871 Waffenstillstand mit Frankreich! Der Bau des Forts wurde fortgesetzt. Die Erdaufschüttungen wurden abgetragen und das Fort in der ursprünglichen Form vollendet. 1879 Am 8. August war es dann endlich soweit, das Fort Kugelbake wurde nach der Aufstellung von zehn 28cm Ringrohr-Kanonen einsatzbereit. 1893-1908 Zur Verbesserung des Küstenschutzes wurden nach dem Einzug der Marine-Artillerie-Abteilung in Cuxhaven sieben weitere Befestigungsanlagen entlang der Cuxhavener Küste gebaut. Das Fort war bis dahin von preußischen Einheiten nach Bedarf belegt. Nachdem die Festungsbauten in Cuxhaven infolge des Baus des Nord-Ostsee-Kanals einen militärstrategisch höheren Stellenwert erreichten und die preußische Armee ihre Einrichtungen an die Kaiserliche Marine übergeben hatte, stimmte der Reichstag der Gründung einer Marinegarnison und dem Bau einer Kaserne in Cuxhaven zu. |
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1911 Bei einer Baumaßnahme für die Aufstellung eines 2 m Scheinwerfers wurde die Spitzengrabenwehr des Forts teilweise entfernt, um einen Buncker aus 2-3 Meter dicken Stahlbetonwänden zu errichten. Dort wurde der für die damalige Zeit größte Scheinwerfer der Welt untergebracht. Die Lichtbogenlampe von Siemens-Schuckert erreichte eine Lichtintensität von 318 Millionen Normalkerzen, konnte 4,5 km weit scheinen und wurde von vier 20kw-Motoren betrieben. |
| bis 1913 Die in den Kasematten untergebrachten Soldaten litten unter den schlechten klimatischen Bedingungen. Die Munition mußte vor herabtropfenden Wasser mit Segeltuchplanen geschützt werden. 1913 wurde die Besatzung des Forts in einem neu erstellten Gebäude vor dem Wallgraben untergebracht. Gleichzeitig baute man eine Entwässerungsleitung vom Wallgraben zur Elbe, nachdem Pumpen innerhalb des Forts den Grundwasserstand nicht ausreichend regulieren konnten. Dennoch war es Fort weiterhin so feucht, dass Holzroste auf die Fußböden gelegt werden mußten. 1914, 1. Weihnachtstag Luftangriff auf den Zeppelinflughafen Wursterheide. Cuxhaven in Alarmzustand ! 1914-1918 Im ersten Weltkrieg blieb es dem Fort erspart, sich einer feindlichen Invasionsflotte stellen zu müssen, zumal die neu entstandenen Nachbarwerke mit moderner Bewaffnung weitere Verstärkungen darstellten und dies dem Feind bekannt war. 1918-1939 Nach dem ersten Weltkrieg wurden aufgrund der Bedingungen des Versailler Vertrages die restlichen Geschütze demontiert. Das Fort selbst durfte als Küstenbefestigungsanlage erhalten bleiben und diente von nun an als Munitionslager, bis es noch vor dem zweiten Weltkrieg zur Flakstellung aufgerüstet wurde. |
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| 1939 Am 2. September 1939 um 18.24 Uhr wurden der Batterie Kugelbake drei feindliche Wellington-Bomber elbabwärts gemeldet. Um 18.25 Uhr eröffnete die Batterie das Feuer. Ein getroffener Bomber ging bei dem Feuerschiff "Elbe1" nieder. So erhielt die Batterie Kugelbake den ersten Abschluß der Küstenflak zugesprochen. 1945 Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges und einer kurzfristigen Belegung des Forts durch die Schotten, später durch Minensucher erfolgte die erste zivile Nutzung. Angesichts der großen Flüchtlingsströme und der entstandenen Wohnungsnot lag es nahe, die vom Militär geräumten Bunker und Kasematten für Wohnzwecke bereitzustellen. So fanden 24 Familien Unterkunft im Fort. Sieben Wirtschaftsbetriebe bauten sich hier eine Existenz auf. |
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1969 schlossen sich die Tore des Forts auf unbestimmte Zeit. Die Natur eroberte sich das Gelände und Gemäuer zurück. |
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1992 entschloß man sich für den Erhalt des Forts, das unter Denkmalschutz gestellt war. Zu diesem Zweck wurden von Land Niedersachsen 5.859.000 DM (EG-Fond und Strukturhilfe) und von der Stadt 661.000 DM zur Verfügung gestellt. Diese Mittel sollten eine Wiederherstellung der Festungsanlage und Öffnung für die Öffentlichkeit ermöglichen. |
| 1994 Nach zwei Jahren Restauration wurden die ersten geführten Besichtigungen ab 6. August 1994 vom Veranstaltungszentrum angeboten. Reiseinfos: zu besichtigen ist: das gesamte Fort von innen. Ausgestellt sind eine deutsche Heeres-Flak, Kaliber 8,8 cm, eine Flak mit Schildkrötenpanzer, einziges frei in Europa zu besichtigendes 10,5 cm Geschütz außerhalb einer militärischen Anlage, und ein deutsches Schiffsgeschütz, Kaliber 8.8 cm von 1900. Außen sind Bereiche des Fort frei zugänglich (Wallgraben und trockener Graben mit Schartenmauer). Anreise: Autofahrer folgen der Ausschilderung Kurteil Döse bzw. Kugelbake-Halle Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe vorhanden. Bus: Linie 1 bis Döser Kirche, von dort zu Fuß bis zum Ende der Strandstraße zum Kurpark Linie 21 bis Strandstraße, Haltepunkt Döser Kurpark Information: Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH, Veranstaltungszentrum, Strandstr. 80, 27476 Cuxhaven, Tel. 04721/408-0, Fax 04721/40 81 80, e-mail Vzcuxhaven@t-online.de Führungen: Geschulte Führer geben Einblicke in 130 Jahre Fortgeschichte. Aus Haftungsgründen ist der Besuch des Forts nur in geschlossenen Führungen nach Anmeldung möglich. Voranmeldungen werden unter der Telefon-Nr. 04721/40 81 88 oder im Kartenvorverkauf des Veranstaltungszentrum an der Strandstraße entgegengenommen. Die circa zweistündigen Führungen finden in der Hauptsaison zweimal täglich, in der Nebensaison täglich und im Winter zweimal wöchentlich statt. Sonderführungen nach telefonischer Voranmeldung. Infomaterial an der Kasse erhältlich. |
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